Spiegellabyrinth und sinnliche Looks: So lief die Fendi-Show in Milano

Maria Grazia Chiuri wendet sich der Poesie zu
Im Rahmen der Mailänder Modewoche präsentierte Fendi seine Womenswear-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2027. Für Maria Grazia Chiuri ist es die zweite Ready-to-Wear-Kollektion, seit sie mit viel Aufmerksamkeit zu Fendi zurückgekehrt ist.

Die Designerin widmete die neue Show den Themen Körper, Nähe und der Freiheit, sich selbst auszudrücken. Ausgangspunkt für die Kollektion war die Poesie des amerikanischen Schriftstellers E. E. Cummings. Eine Zeile aus seinem Gedicht «i like my body when it is with your» — «Ich mag meinen Körper, wenn er mit deinem zusammen ist» — wurde zum Leitmotiv der Show.

Chiuri erforschte Sinnlichkeit über die Nähe zwischen Menschen und begann dabei mit der intimsten Kleidungsschicht — der Unterwäsche. Die Designerin interpretierte die Lingerie-Ästhetik neu und verband sie mit dem präzisen Tailoring des italienischen Modehauses. So waren auf dem Laufsteg freizügig präsentierte BHs, Seidenkombinationen und kurze Spitzenshorts zu sehen, kombiniert mit weiten Hosen, Blazern und Mänteln.

Insgesamt präsentierte sich die Kollektion mutig und offenherzig. Transparente Stoffe, zarte Cut-outs und Schlitze betonten die Silhouette, während mit Federn besetzte Accessoires den Looks eine theatralische Note verliehen. Daneben stand präzises Tailoring, das einen Kontrast zwischen strukturierten Anzügen und beinahe schwerelosen Stoffen schuf.


Ein weiteres zentrales Element waren Spiegel. Die Models liefen über einen verspiegelten Laufsteg, der jeden Look buchstäblich vervielfachte und seine Wirkung je nach Perspektive veränderte. Damit setzte die Inszenierung das zentrale Thema der Kollektion fort — den Körper als etwas, das wir nicht nur selbst wahrnehmen, sondern auch durch den Blick eines anderen Menschen.

Zu den wichtigsten musikalischen und kulturellen Referenzen der neuen Kollektion gehörte außerdem die italienische Sängerin Raffaella Carrà. Chiuri ließ sich von ihrer Freiheit, ihrer Energie und ihrem selbstbewussten Umgang mit dem eigenen Körper inspirieren.

Insgesamt präsentierte Maria Grazia Chiuri Weiblichkeit nicht als etwas Statisches, sondern als die Freiheit, sich zu bewegen, miteinander in Beziehung zu treten und den eigenen Körper immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen.



Foto: Instagram @bazaarthailand







