Engel und Gothic-Motive: McQueen zeigt die dunkle Seite der Mode

Die erste Show der Marke in London seit mehr als 20 Jahren
McQueen ist auf die London Fashion Week zurückgekehrt und präsentierte dort erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten eine neue Kollektion. Die Show fand in den Gewölben der Kapelle Lincoln’s Inn aus dem 17. Jahrhundert statt, wo Creative Director Seán McGirr den Laufsteg in die Kulisse einer düsteren, theatralischen Geschichte verwandelte.


Der Designer verband eine gotische Ästhetik mit der Atmosphäre der Underground-Rave-Kultur. Eine der wichtigsten Inspirationsquellen war für ihn das Gemälde «Die Taufe Christi» von Piero della Francesca.

In der neuen Kollektion spielt der Designer mit Kontrasten. Transparente Kleider mit langen, üppigen Schleppen treffen auf metallische, mit floralen Motiven verzierte Jacken, während Seidenhemden mit geometrisch geschnittenen Jackets kombiniert werden.

Die Farbpalette reicht von sattem Burgunderrot und Schwarz bis hin zu Platin- und Weißtönen.
Nicht weniger ausdrucksstark sind die Details. Die Models liefen mit ungewöhnlichen, skulpturalen Frisuren über den Laufsteg, die an Hörner erinnerten, sowie mit kurzen, silbrig schimmernden Haarschnitten. Große Ohrringe erinnerten mal an Blätter, mal an Blutstropfen.


Eine wichtige Rolle spielt auch die Idee einer architektonischen Konstruktion der Looks. Sie zeigt sich in skulpturalen Silhouetten, Jacken mit scharf ausgeprägten Schultern und betonter Taille, Korsetts sowie voluminösen Konstruktionen an den Hüften. Den strengen Schnitt kombinierte der Designer bewusst mit Satin, Spitze und transparenten Stoffen.


Metallische Stickereien, Kristalle und plastische Blumenapplikationen erinnern an Steinmetzarbeiten. Dadurch wirken Kleider und Jacken beinahe wie Skulpturen.

Üppige Röcke, Federn und aufwendige Drapierungen verliehen den Looks zusätzliche Dramatik und eine noch stärkere Gothic-Note.





Foto: Instagram @alexandermcqueen







