MM6 Maison Margiela zeigt, wie man vertraute Kleidung neu trägt

Im Rahmen der Milan Fashion Week
Auf der Milan Fashion Week präsentierte MM6 Maison Margiela die Frühjahr-/Sommerkollektion 2027, die geradezu dazu zwingt, den vertrauten Kleiderschrank aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Kaum etwas bleibt an seinem gewohnten Platz: Kleidungsstücke verändern ihre Funktion, ihre Proportionen und die Art, wie sie getragen werden.

Die Marke interpretierte die klassische Garderobe neu, indem sie mit den Proportionen spielte. Hemden verwandelten sich in kurze Kleider mit schmalen Trägern — die Kragen saßen dabei ungewöhnlich tief auf der Brust. Hosen wurden zu Kleidern, deren geöffnete Bundpartie über dem BH lag. Pullover und T-Shirts wiederum wurden kurzerhand zu Röcken, deren Ärmel locker herabhingen.

Diesen bewusst nachlässigen Effekt setzten weitere Details fort. Die Kragen der Hemden saßen nicht dort, wo man sie normalerweise erwartet, während sich die Säume der Kleider nach außen umschlugen und darunter liegende Wäsche sichtbar machten.

Die Kollektion spielte mit zahlreichen zerknitterten Texturen, verwaschenem Denim und Hosen, die sich locker um die Knie sammelten. Gleichzeitig wurden entspannte Silhouetten mit strengen Blazern und Trenchcoats kombiniert.

Die Designer schlugen zudem neue Möglichkeiten vor, Kleidungsstücke zu tragen, die normalerweise keinerlei Experimente erfordern. Hemden erschienen direkt auf nackter Haut. Kleider blieben aufgeknöpft und gaben den BH frei, während Pullover mit nur einem Ärmel getragen wurden.

Zum Finale erschienen Kleider mit tiefen Ausschnitten und weichen Drapierungen, die die darunter getragenen BHs sichtbar machten. Gerade dieses Spiel mit Verhüllung und Enthüllung wurde zu einem der zentralen Gestaltungselemente der Kollektion.







Foto: Instagram @mm6maisonmargiela







