Schmetterlinge erobern den Laufsteg: Zimmermann zeigt die SS’27-Kollektion in Paris

Experimente mit Spitze, Denim und Applikationen
Bei der Zimmermann-Show in Paris eroberten Schmetterlinge buchstäblich den Laufsteg. Die australische Designerin Nicky Zimmermann ließ sich von der geflügelten Insektenwelt inspirieren und übersetzte das Motiv in zahlreiche dekorative Elemente — von Spitzenapplikationen bis hin zu plastischen Konstruktionen auf Kleidern, Röcken und sogar Taschen.

Die Show fand im historischen Le Carreau du Temple statt, wo die vertraute romantische Ästhetik von Zimmermann eine experimentellere Fortsetzung erhielt. Milchige und pudrige Farbtöne, leichte Drapierungen, Volants, Spitzenkleider in Maxi- und Mini-Länge, lockere Hemden, Hosen, Capes und Tücher blieben als charakteristische Elemente der Marke erhalten. Diesmal setzte die Designerin jedoch verstärkt auf komplexe Texturen und eine ungewöhnliche Verarbeitung der Stoffe.

Nach Angaben der Designerin erwies sich die Arbeit technisch als anspruchsvoller als bei den vorherigen Kollektionen. Das Team experimentierte mit neuen Möglichkeiten, Bewegung in die Stoffe zu bringen und unterschiedliche Texturen miteinander zu verbinden.

Schmetterlinge wurden zum Leitmotiv der Saison — allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Bei einigen Looks musste man genauer hinsehen, um zwischen Spitze und dekorativen Details winzige Flügel zu entdecken.

So war etwa der Kragen einer Bluse mit einer Kaskade aus Spitzenschmetterlingen bedeckt. Auf weißen Jeans zogen sich die Applikationen entlang der Seitennähte, während transparente, mit Volants verzierte Kleider bis zum Boden fielen und mit skulpturalen Schmetterlingen und Blüten abschlossen.

Ein weiterer Look erinnerte an ein echtes Schmuckstück. Ein Spitzentop mit offenem Rücken wurde mit zahlreichen Schmetterlingsschichten verziert, die von Hand geformt und auf den Stoff aufgenäht wurden.
Gleichzeitig wurde die zarte Farbpalette der Kollektion durch hellblauen Denim sowie Ocker, Schokoladenbraun und Schwarz ergänzt.


Nicht weniger eindrucksvoll waren die Accessoires. Einige Taschen wurden vollständig mit Stoff überzogen, aus dem realistisch wirkende Schmetterlinge geformt wurden. Sie waren so plastisch gestaltet, dass die Accessoires problemlos als eigenständige Kunstobjekte hätten durchgehen können.


Der Titel der Kollektion — «Kaleidoskop» — wurde nicht zufällig gewählt. Er verweist sowohl auf den ständigen Wandel von Farben und Formen als auch auf die Themen Vergänglichkeit, Zerbrechlichkeit, stille Stärke und die kontinuierlichen Veränderungen in der Natur. Zum Moodboard der Kollektion gehörten neben Schmetterlingen außerdem wissenschaftliche Illustrationen aus dem 19. Jahrhundert von Harriet und Helena Scott, Arbeiten der Regisseurinnen Gillian Armstrong und Kim Gyngell sowie das Werk der Künstlerin Lara Merrett.

In der ersten Reihe versammelten sich zahlreiche prominente Gäste. Unter ihnen waren Naomi Watts, Jessica Alba, Uma Thurman, Sarah Snook und Karen Elson.










Foto: 5elevenmag.com







