Wie die Eröffnung der Austrian-Kazakh Connectivity Platform in Wien verlief

Die Veranstaltung brachte mehr als 150 Gäste zusammen
Vor Kurzem wurde im österreichischen Parlament in Wien die Austrian-Kazakh Connectivity Platform offiziell eröffnet. Die neue Initiative soll die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Kasachstan vertiefen und gemeinsame Projekte in den Bereichen Verkehr, Logistik, Infrastruktur, Industrie und Medizintechnik fördern.
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz begrüßte die Gäste und betonte das Interesse Österreichs an einem weiteren Ausbau der Zusammenarbeit mit Kasachstan. Zudem kündigte er an, das Land in naher Zukunft besuchen zu wollen.

Zu den wichtigsten Teilnehmern gehörten Aidar Ryskulov, Managing Director für Wirtschaft und Finanzen des kasachischen Staatsfonds Samruk-Kazyna sowie Aufsichtsratsvorsitzender von Kazakhstan Temir Zholy, Severin Gruber, Generalsekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, und Anuar Akhmetzhanov, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Kazakhstan Temir Zholy.

Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Middle Corridor – eine Transportverbindung zwischen Asien und Europa über Kasachstan, das Kaspische Meer und den Südkaukasus. Vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen gewinnt diese Route, die Russland und Belarus umgeht, zunehmend an Bedeutung für die Diversifizierung der europäischen Lieferketten.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörterten Vertreter von KTZ Express, ÖBB Rail Cargo Austria und der Industriellenvereinigung die Perspektiven einer engeren Zusammenarbeit im Schienengüterverkehr, in der Logistik sowie bei der Modernisierung der Transportinfrastruktur.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Kasachstan haben bereits ein beachtliches Volumen erreicht: Im Jahr 2025 belief sich der bilaterale Warenhandel auf rund 2,7 Milliarden Euro. Etwa 450 österreichische Unternehmen sind auf dem kasachischen Markt tätig, doch nur rund 45 verfügen dort über eine dauerhafte Niederlassung oder Tochtergesellschaft. Nach Einschätzung der Initiatoren eröffnet dies erhebliches Potenzial für neue Investitionen und gemeinsame Projekte.

«Unternehmen benötigen zunehmend verlässliche Partner, praxisnahe Marktanalysen und einen direkten Zugang zu Entscheidungsträgern. Genau dafür wurde die Plattform geschaffen – um Unternehmen in allen Phasen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu unterstützen und zu begleiten», erklärte Alexander Schierhuber, Honorarkonsul der Republik Kasachstan in Niederösterreich und Vizepräsident der Austrian-Kazakh Connectivity Platform.

Im Anschluss an das offizielle Programm setzten die Gäste ihre Gespräche in informeller Atmosphäre fort. Als erste größere Initiative der neuen Plattform ist für den Herbst 2026 eine Wirtschaftsdelegation nach Kasachstan geplant.





Photo: Ben Leitner







