Vienna Fashion Week.26: Was die Designer vom 15. bis 17. September zeigten

Handarbeit, österreichische Textilien und zeitgenössisches thailändisches Design
Im Rahmen der 18. Vienna Fashion Week, die im MuseumsQuartier stattfindet, präsentierten österreichische und internationale Designerinnen und Designer vom 15. bis 17. September ihre Arbeiten. Im Mittelpunkt standen Handwerkstechniken, die Neuinterpretation traditioneller Textilien, die Wiederverwendung von Materialien, Experimente mit Formen und zeitgenössisches thailändisches Design. Wir werfen einen Blick auf die Kollektionen und gestalterischen Ansätze, die während dieser drei Tage präsentiert wurden.
15. September
Mariella Elsa
Mariella Elsa arbeitet mit Häkeln und macht die traditionelle Technik zu einem eigenständigen Werkzeug zeitgenössischer Mode. Die Designerin entwirft ihre Muster selbst und entwickelt jedes Stück von Grund auf. Das Zusammenspiel von Farbe, Textur und Form macht jedes ihrer Designs einzigartig.
Laura Grüner
Laura Grüner war gemeinsam mit Mariella Elsa Teil des Programms am ersten Tag. Ihr Label wurde im Rahmen der Vienna Fashion Week.26 als eigenständige Wiener Marke präsentiert.
Artista
Die Herbst-Winter-Kollektion Beauty in Chaos 2026/27 steht für die Freiheit, sich durch Kleidung auszudrücken. Artista verbindet dekonstruierte und strukturierte Silhouetten mit unerwarteten Farben, glänzenden Details und kontrastierenden Materialien. Die Prints basieren auf Arbeiten des französischen Künstlers Ludovic Thiriez, der in Budapest lebt.
Aquanauta
Aquanauta von Designerin Bernadett Pallai richtet den Fokus auf die Suche nach einzigartigen Kleidungsstücken. In der aktuellen Präsentation stehen Individualität, Liebe zum Detail, Fantasie und die Verbindung von Eleganz mit einer ungezwungenen Ästhetik im Mittelpunkt.
KM/A
KM/A fertigt seine Stücke von Hand im eigenen Wiener Studio und arbeitet dabei mit Stoff, Schnitt, Farbe und Funktionalität. Eine besondere Rolle spielen Materialien mit eigener Geschichte — darunter Stoffe, die einst für Fallschirme, das Gewebe alpiner Hütten oder Zelte verwendet wurden. In einem neuen Kontext erhalten sie ein zweites Leben.
NI-LY
NI-LY verbindet Eleganz mit einer ungezwungenen Note und sportlichen Elementen. Charakteristisch für das Label sind klare Linien, geometrische Formen und von Origami inspirierte Schnitte. Einflüsse aus östlichen und westlichen Kulturen verbinden sich zu einer modernen Alltagsgarderobe.
16. September
Palla Vienna
Palla Vienna von Designerin Alexandra Palla greift das österreichische textile Erbe auf. Leinen, Loden, Waffelpikee, gewebte Karomuster und traditionelle Bänder bilden die Grundlage des zeitgenössischen Designs. Durch den Umgang mit Materialien, Silhouetten und Proportionen überträgt das Label vertraute österreichische Textiltraditionen in einen modernen Kontext.
SYLGV presented by Toblerone
SYLGV ist ein Kollektiv, das Frauen aus der lokalen Wiener Kunst- und Designszene unterstützt. Bei der Vienna Fashion Week.26 präsentierte es die aktuellen Kollektionen von AMATEUR und KAMEN, ergänzt durch Schmuck und Accessoires von Wiener Designerinnen. Beide Labels zeichnen sich durch fließende Stoffe, einen minimalistischen Schnitt und eine zurückhaltende urbane Ästhetik aus; verwendet werden unter anderem Viskose, Modal, Leinen und Baumwolle.
Pitour
In der Winterkollektion von Pitour treffen Zurückhaltung und ein rebellischer Charakter aufeinander. Das zentrale Element der Saison ist laut Designerin der Mantel, während die übrigen Stücke mit Metaphern, Codes und Kontrasten arbeiten. Über die Kleidung betont das Label Individualität und die Haltung, keine Kompromisse einzugehen.
Dreizehn — AiR des MQ
Dreizehn erforscht die Schnittstelle zwischen Kunst und Mode durch die Wiederverwendung von Textilien. Das Studio verarbeitet Stoffreste zu neuen Kleidungsstücken nach dem Zero-Waste-Prinzip. Ein charakteristisches Detail ist der rote Faden, der für menschliche Berührung und die Kunst des Reparierens steht. Rechteckige Formen ermöglichen es der Kleidung, sich an den Körper anzupassen. Im Zentrum des Ansatzes steht die Verbindung von Berliner Underground-Energie und japanischen Schnitttechniken.
Karim Temimi
In der Kollektion The ROOM BEHIND THE MIRROR bezieht sich Karim Temimi auf «Alice im Wunderland» als psychologischen Raum. Der Designer beschäftigt sich mit Identitätsverlust, einer verzerrten Wahrnehmung der Realität, Angst und Kontrollverlust. Diese Zustände finden Ausdruck in überzeichneten Formen, Kontrasten zwischen Materialien, Verhüllungen, komplexen Details und bewusst gebrochenen Proportionen.
17. September
Helmet N Armour
Die Kollektion EL-ROI 2026 verbindet österreichische Eleganz mit afrikanischen Handwerkstraditionen. Die Stücke werden von Hand aus hochwertigen Stoffen und afrikanischen Textilien gefertigt. Ein besonderes Prinzip des Labels ist die Einzigartigkeit: Ein einmal verkauftes Design wird nicht erneut produziert.
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Atelier Snow
Bridal Made to Re-Wear von Atelier Snow hinterfragt den traditionellen Umgang mit dem Hochzeitskleid. Ehemalige Bräute präsentierten auf dem Laufsteg ihre eigenen Hochzeitslooks, die durch neue Farben, Details, Kombinationen und Accessoires neu interpretiert wurden. So kann die Hochzeitskleidung auch nach der Zeremonie Teil der Garderobe bleiben.
Elisabeth Bauer
Die Berliner Designerin und Textilkünstlerin Elisabeth Bauer arbeitet an der Schnittstelle analoger Techniken und digitaler Technologien. Handgefertigte Arbeiten bilden die Grundlage für digitale Kompositionen, die anschließend durch Stickerei, Quilten und andere Techniken der Oberflächengestaltung wieder in physiles Textil überführt werden. In ihrer Praxis spielen Langlebigkeit, Anpassungsfähigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Materialien eine wichtige Rolle.
Frank Weenegssinn
Frank Weenegssinn präsentierte am 17. September zeitgenössisches thailändisches Modedesign im internationalen Block. In seiner Arbeit beschäftigt sich der Designer mit Menschen, Erinnerungen und Emotionen und legt dabei besonderen Wert auf Texturen und die Geschichten, die Kleidung vermitteln kann.
NICHp
NICHp gab bei der Vienna Fashion Week sein Debüt mit einer zeitgenössischen Interpretation thailändischer Mode. Das Label verbindet Minimalismus, Femininität und klassische Schnitttechniken und setzt auf klare Silhouetten, hochwertige Verarbeitung und durchdachte Details. In der aktuellen Kollektion kommen zudem Schmuckelemente aus recyceltem Kunststoff zum Einsatz, die zu handgefertigten dekorativen Details verarbeitet werden.
Rose Mars
Denim bleibt das zentrale Material von Rose Mars. Die Designer verstehen ihn als eine Art Leinwand für Experimente mit Silhouetten, Details und Texturen. Upcycling spielt dabei eine wichtige Rolle: Gebrauchter Denim erhält ein neues Leben, während die Langlebigkeit der Kleidungsstücke Teil des nachhaltigen Designansatzes des Labels ist.
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Публикация от ROSE MARS Bangkok by Marayat Brand (@rosemars.brand)
Die drei Tage der Vienna Fashion Week.26 zeigten, wie unterschiedlich zeitgenössische Mode gedacht werden kann — von Handarbeit und der Auseinandersetzung mit historischen Textilien über Dekonstruktion und Upcycling bis hin zu digitalen Techniken. Österreichische Labels trafen dabei auf junge Designerinnen und Designer sowie Vertreter der thailändischen Modeszene und zeichneten ein vielfältiges Bild davon, was zeitgenössisches Design heute sein kann.
Foto für das Cover: Instagram @pallavienna


