Prinz Harry verliert Gerichtsverfahren gegen die Daily Mail

Gericht sieht keine Belege für rechtswidrige Überwachung
Prinz Harry hat im Rechtsstreit gegen den Verlag Associated Newspapers, zu dem die Zeitungen Daily Mail und Mail on Sunday gehören, eine Niederlage erlitten. Der High Court von England und Wales wies sämtliche Klagepunkte des Herzogs von Sussex sowie sechs weiterer Kläger zurück. Sie hatten dem Verlag vorgeworfen, vertrauliche Informationen auf rechtswidrige Weise beschafft zu haben.
Die Klage bezog sich auf mutmaßliche Verstöße, die sich nach Angaben der Kläger über viele Jahre erstreckt haben sollen. Prinz Harry erklärte, Journalisten und Privatdetektive, die mit Associated Newspapers zusammenarbeiteten, hätten unzulässige Methoden zur Informationsbeschaffung eingesetzt. Dazu hätten unter anderem das Abhören von Telefonen, der Einsatz von Überwachungsgeräten, Täuschung sowie weitere Eingriffe in die Privatsphäre gehört. Gemeinsam mit ihm reichten auch der Sänger Elton John, die Schauspielerin Elizabeth Hurley, der Regisseur David Furnish, die Schauspielerin Sadie Frost, Baroness Doreen Lawrence und der ehemalige Abgeordnete Simon Hughes Klage ein.

Richter Matthew Nicklin kam jedoch zu dem Schluss, dass die Kläger keine ausreichenden Beweise für eine rechtswidrige Informationsbeschaffung vorgelegt hätten. In seiner Urteilsbegründung führte er aus, dass selbst eine fragwürdige Herkunft einzelner Veröffentlichungen für sich genommen kein Nachweis für rechtswidriges Verhalten der Journalisten sei. Stattdessen folgte das Gericht der Argumentation des Verlags, wonach sämtliche Informationen auf rechtmäßige Weise erlangt worden seien.
Associated Newspapers bezeichnete das Urteil als einen «uneingeschränkten Sieg» für die Daily Mail, ihre Journalistinnen und Journalisten sowie für die Pressefreiheit. Das Unternehmen kündigte zudem an, die Erstattung der Prozesskosten zu beantragen. Die Gesamtkosten des 46 Verhandlungstage umfassenden Verfahrens werden auf rund 53,5 Millionen US-Dollar geschätzt. Die nächste Anhörung, bei der die rechtlichen Folgen des Urteils sowie die Verteilung der Verfahrenskosten erörtert werden sollen, ist für den 29. und 30. Juli angesetzt.

Während der Anhörungen zu Beginn des Jahres schilderte Prinz Harry eindringlich seinen langjährigen Konflikt mit der britischen Boulevardpresse. Seinen Angaben zufolge habe die anhaltende Berichterstattung nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Ehefrau Meghan Markle erheblich belastet. Das Paar lebt heute gemeinsam mit seinen Kindern in Kalifornien.
Der Prozess gilt als eines der aufsehenerregendsten Verfahren im langjährigen Konflikt von Prinz Harry mit den britischen Boulevardmedien. Trotz dieser Niederlage konnte er in der Vergangenheit bereits Erfolge in Gerichtsverfahren gegen andere Medienunternehmen erzielen, darunter gegen Mirror Group Newspapers. Zudem schloss er mit News Group Newspapers einen Vergleich in Verfahren, die ebenfalls den Vorwurf der rechtswidrigen Informationsbeschaffung betrafen.
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