Assistent des Hermès-Erben soll 13 Milliarden Dollar veruntreut haben

Ein groß angelegter Betrug
Das Magazin Airmail veröffentlichte eine investigative Recherche darüber, wie der Hermès-Erbe Nicolas Puech und andere wohlhabende Personen ihr Vermögen durch den Finanzier Eric Freymond verloren haben.
Im Jahr 1998 übergab Nicolas Puech, ein Nachfahre des Hermès-Gründers Thierry Hermès in fünfter Generation, die Verwaltung all seiner Aktien und Investitionen an den Finanzier Eric Freymond. Laut Puech vertraute seine Familie dem Vermögensverwalter vollständig, weshalb er sich über viele Jahre hinweg kaum dafür interessierte, was mit seinem milliardenschweren Vermögen geschah.
Im Jahr 2022 wurde jedoch plötzlich bekannt, dass auf den Konten des einstigen Forbes-Milliardärs Nicolas Puech kaum noch Geld oder Aktien vorhanden waren. Der 83-jährige Erbe, der nie eine eigene Familie gründete, wollte seinem Gärtner einen Teil seines auf 13 Milliarden Dollar geschätzten Vermögens vermachen – konnte dies jedoch nicht mehr tun.
Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass Eric Freymond über Jahre hinweg die Vermögenswerte seines Klienten nicht verwaltete, sondern systematisch veräußerte. Dabei stellte sich heraus, dass Puech nicht sein einziges Opfer war. Die Schweizer Schauspielerin Ursula Andress hatte dem Finanzier 25 Millionen Dollar anvertraut und stand am Ende ebenfalls vor dem Nichts.

Als Freymond erkannte, dass sein Betrug aufgedeckt worden war, nahm er sich das Leben. Nach seinem Tod wurde bekannt, dass er stets davon geträumt hatte, überaus reich zu werden, und zu diesem Zweck in eine einflussreiche Genfer Familie einheiratete – er heiratete Caroline van Berchem. Nach Angaben von Quellen der Publikation waren es Mitglieder der Familie van Berchem, die Freymond in das Umfeld des Hermès-Clans einführten.
Zur Erinnerung: Im Jahr 2014 trat Nicolas Puech unter dem Druck anderer Familienmitglieder aus dem Aufsichtsrat von Hermès zurück – jenem Modehaus, das für seine außergewöhnlichen Lederwaren bekannt ist, darunter die legendären Birkin-Taschen, die weltweit als begehrte Objekte gelten. Puech hatte sich damals gegen eine mögliche Übernahme der Marke durch den Konzern LVMH ausgesprochen und verließ das Unternehmen, wobei er einen Anteil von 5 % behielt – Aktien, die später von Freymond veräußert wurden.
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