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Zum Gedenken an Gloria Steinem: 9 Fakten über die Ikone des amerikanischen Feminismus

Zum Gedenken an Gloria Steinem: 9 Fakten über die Ikone des amerikanischen Feminismus

Die legendäre Journalistin starb im Alter von 92 Jahren

 

Eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Frauenbewegung, die renommierte Journalistin und Aktivistin Gloria Steinem, ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Nach Angaben ihrer Stiftung verstarb sie am 2. September friedlich in ihrem Zuhause in New York.

Ihr Name ist in den USA längst zu einem Synonym für Feminismus geworden. Über Jahrzehnte sprach sie über Themen, die man zu ihrer Zeit lieber verschwieg: das Recht von Frauen, selbst über ihren Körper zu bestimmen, häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Ungleichheit am Arbeitsplatz und die politische Teilhabe von Frauen.

Wir erinnern an einige Fakten über die außergewöhnliche Persönlichkeit Gloria Steinem.

Zum Gedenken an Gloria Steinem: 9 Fakten über die Ikone des amerikanischen Feminismus

1. Ihre legendäre Recherche begann mit einem Job als «Playboy-Bunny»

Einer der bekanntesten Momente ihrer Karriere ereignete sich 1963. Unter einem falschen Namen ließ sich Steinem als Kellnerin im legendären Playboy Club in New York anstellen.

Fast zwei Wochen arbeitete sie dort als sogenanntes «Bunny», um aus nächster Nähe zu erleben, unter welchen Bedingungen die Frauen dort arbeiteten. Das Ergebnis war eine viel beachtete Recherche für das Magazin Show.

Steinem berichtete über niedrige Löhne, unbequeme Korsetts, stundenlange Arbeit auf hohen Absätzen, entwürdigende medizinische Untersuchungen und sexuelle Belästigung durch wohlhabende Gäste.

Der Artikel machte sie einem breiten Publikum bekannt und zeigte, dass Journalismus mehr sein kann als das bloße Erzählen einer Geschichte — nämlich ein Instrument im Kampf gegen strukturelle Ungerechtigkeit.

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2. Sie wurde zu einer der wichtigsten Stimmen des Feminismus

1968 gehörte Steinem zum Gründungsteam des Magazins New York, für das sie als Redakteurin und politische Kolumnistin arbeitete. Ein Jahr später veröffentlichte sie den Artikel «After Black Power — Women’s Liberation».

Dieser Text trug maßgeblich dazu bei, ihren Status als eine der führenden Persönlichkeiten der amerikanischen Frauenbewegung zu festigen.

3. Steinem half bei der Gründung des Magazins Ms.

1972 war Gloria Steinem Mitbegründerin des Magazins Ms. Die Publikation entwickelte sich schnell zu einer der wichtigsten Plattformen der feministischen Bewegung.

Auf ihren Seiten wurde offen über häusliche Gewalt, sexuelle Belästigung, Abtreibung und die Diskriminierung von Frauen gesprochen — Themen, die traditionelle Medien häufig ausblendeten.

Steinem selbst schrieb für das Magazin auch über Gewalt gegen Frauen, darunter über die weibliche Genitalverstümmelung.

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4. Sie sprach öffentlich über ihre eigene illegale Abtreibung

Gloria Steinem ließ 1957 eine Abtreibung vornehmen, als der Eingriff in den USA illegal war. Über diese Erfahrung sprach sie jedoch erst 1969 öffentlich.

Ihre persönliche Geschichte wurde Teil eines größeren Kampfes für die reproduktiven Rechte von Frauen. In den 1970er-Jahren gehörte Steinem zu den prominentesten Aktivistinnen, die sich dafür einsetzten, dass Frauen selbst über ihre Schwangerschaften entscheiden können.

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5. Sie wollte, dass Frauen echten politischen Einfluss bekommen

1971 gehörte Steinem zu den Mitbegründerinnen des National Women’s Political Caucus.

Die Organisation sollte die politische Repräsentation von Frauen in den USA stärken und ihnen dabei helfen, tatsächlichen Einfluss auf politische Entscheidungen zu gewinnen.

Im selben Jahr hielt Steinem ihre berühmte Rede «Address to the Women of America», in der sie den Kampf für Gleichberechtigung nicht lediglich als Reform, sondern als revolutionäre gesellschaftliche Veränderung bezeichnete.

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6. Ihre Zitate wurden Teil der Geschichte des Feminismus

Steinem verstand es, komplexe Themen prägnant und pointiert auf den Punkt zu bringen. Zu ihren bekanntesten Aussagen gehört: «Wenn Männer schwanger werden könnten, wäre Abtreibung längst ein heiliges Recht».

Ein weiterer prägnanter Satz von ihr lautet: «Die Wahrheit wird euch frei machen. Aber zuerst wird sie euch verdammt wütend machen».

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7. Sie stellte traditionelle Geschlechterrollen infrage, heiratete aber selbst mit 66

Über Jahrzehnte äußerte sich Steinem kritisch über die traditionelle Institution der Ehe und sprach offen darüber, keine Kinder haben zu wollen.

In ihrem Leben hatte sie Beziehungen mit bekannten Männern, darunter dem Finanzier Franklin Thomas und dem Oscar-prämierten Regisseur Mike Nichols.

Im Jahr 2000 überraschte die Aktivistin jedoch viele, als sie im Alter von 66 Jahren heiratete. Ihr Mann wurde David Bale — ein südafrikanischer Unternehmer und Umweltaktivist sowie der Vater des Hollywood-Schauspielers Christian Bale.

8. Barack Obama würdigte ihren gesellschaftlichen Beitrag

2013 verlieh der damalige US-Präsident Barack Obama Gloria Steinem die Presidential Medal of Freedom — die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.

Damit erhielt ihre jahrzehntelange Arbeit für die Rechte von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter eine der bedeutendsten offiziellen Würdigungen.

 

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Neben Ms. war Steinem auch an der Gründung der Ms. Foundation for Women und des Women’s Media Center beteiligt — Organisationen, die Frauen unterstützen und ihre Präsenz in den Medien und im öffentlichen Leben stärken.

9. Ihre Geschichte wurde verfilmt

2020 kam der biografische Film «The Glorias» von Julie Taymor in die Kinos. Der Film erzählt die Lebensgeschichte der Journalistin und Aktivistin. Die Hauptrollen übernahmen Julianne Moore, Alicia Vikander und Timothy Hutton.

Im selben Jahr erschien die Serie «Mrs. America», in der Rose Byrne Gloria Steinem verkörperte.

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Foto: Instagram @gloriasteinem

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03.09.2026
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