Vier Flugregeln, an die sich die britische Königsfamilie hält

Ein besonderer Protokollkodex über den Wolken
Bei Reisen der britischen Königsfamilie denken viele an luxuriöse Privatjets, separate Terminals und höchsten Komfort. In der Realität sieht es jedoch nicht immer so aus.
Wir verraten, welche Regeln Prinz William und seine Frau Catherine bei Flugreisen beachten.

Thronfolger sollten nicht im selben Flugzeug reisen
In der Königsfamilie gibt es eine langjährige Tradition, nach der direkten Thronfolgern davon abgeraten wird, gemeinsam in einem Flugzeug zu reisen. Der Grund dafür sind Sicherheitsaspekte und die Sicherung der Thronfolge.
Für William ist diese Regel von besonderer Bedeutung. Nach seinem Vater, König Charles III., steht er an erster Stelle der britischen Thronfolge. Sein ältester Sohn George folgt direkt auf ihn.
Allerdings handelt es sich dabei nicht um ein absolutes Verbot. In bestimmten Fällen können Mitglieder der Königsfamilie eine Genehmigung für einen gemeinsamen Flug erhalten. Aus diesem Grund sind William und Catherine bereits mehrfach zusammen mit ihren Kindern gereist.

Sie wählen nicht die höchste Reiseklasse
Auf Linienflügen soll das königliche Paar nicht die höchste verfügbare Reiseklasse buchen. Gibt es an Bord eine First Class, fliegen William und Catherine in der Business Class. Wird keine First Class angeboten, wählen sie die Premium Economy Class.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sie niemals in der Economy Class reisen. So flogen William, Catherine und ihre drei Kinder im Jahr 2019 mit der britischen Regionalfluggesellschaft Flybe von Norwich nach Aberdeen.
Die Economy Class kommt für sie also durchaus infrage. Die Regel bezieht sich vielmehr auf Flüge mit mehreren Reiseklassen: Das königliche Paar soll nicht die teuerste davon wählen.

Im Gepäck muss sich stets schwarze Kleidung befinden
Bei Auslandsreisen müssen Mitglieder der britischen Königsfamilie immer ein schwarzes Kleidungsensemble mitführen.
Diese Tradition geht auf ein Ereignis im Jahr 1952 zurück. Damals hielt sich die 25-jährige Prinzessin Elizabeth — die spätere Königin Elizabeth II. — gemeinsam mit ihrem Ehemann Prinz Philip in Kenia auf. Das Paar war am 31. Januar im Rahmen einer offiziellen Reise dort eingetroffen.

Am 6. Februar erhielt Elizabeth die Nachricht vom Tod ihres Vaters, König George VI. In diesem Moment wurde sie zur neuen Königin des Vereinigten Königreichs. Das Paar brach die Reise unverzüglich ab und machte sich auf den Heimweg.
Im Gepäck der Prinzessin befand sich jedoch keine schwarze Kleidung, in der sie vor die Öffentlichkeit treten konnte. Daher musste ein passendes Outfit eilig direkt zum Flugzeug gebracht werden. Elizabeth zog sich noch während des Fluges um.
Seitdem gilt ein schwarzes Kleidungsensemble als unverzichtbarer Bestandteil des Gepäcks von Mitgliedern der Königsfamilie bei Auslandsreisen — für den Fall eines unvorhergesehenen Ereignisses.

Gelegentlich verwenden sie Pseudonyme
Zu königlichen Flugreisen gehört auch ein weniger offensichtliches Detail: William und Catherine können auf kommerziellen Reisen unter Pseudonymen auftreten.
Dies hilft ihnen, weniger Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und unauffälliger zu reisen. Vollständig unerkannt zu bleiben, ist für das Paar jedoch schwierig. Sie werden stets von Sicherheitspersonal begleitet, und ihre Ankunft am Flughafen kann schnell die Aufmerksamkeit anderer Passagiere erregen.

Ein königlicher Titel bedeutet also keineswegs, dass William und Catherine jede Reise mit einem Privatflugzeug antreten. Sie können durchaus einen gewöhnlichen Linienflug nehmen, müssen sich dabei jedoch weiterhin an Sicherheitsvorschriften und das königliche Protokoll halten.
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