Die Gewinner der 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes wurden bekannt gegeben

Den Hauptpreis erhielt ein rumänischer Regisseur
In Cannes gingen die 79. Internationalen Filmfestspiele zu Ende, die auch in diesem Jahr nicht ohne aufsehenerregende politische Statements und gesellschaftlich brisante Themen auskamen. Die wichtigste Auszeichnung des Festivals – die Goldene Palme – ging an den rumänischen Regisseur Cristian Mungiu für sein Drama «Fjord».
Für Mungiu ist es bereits der zweite Triumph in Cannes: Seinen ersten Hauptpreis gewann er 2007 mit dem Film «4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage».
«Fjord» erzählt die Geschichte einer rumänischen Familie, die nach Norwegen zieht und nach dem Verdacht auf Kindesmisshandlung in einen Konflikt mit den Sozialbehörden gerät. Kritiker bezeichneten den Film als eines der stärksten Werke des Festivals und lobten insbesondere seine emotionale Intensität, das Drehbuch sowie die feinsinnige Auseinandersetzung mit Themen wie Radikalisierung, Empathie und kulturellen Spannungen.
Während der Preisverleihung erklärte der Regisseur, sein Film sei «ein Aufruf gegen jede Form von Fundamentalismus» und zugleich der Versuch, an die Bedeutung von Menschlichkeit in einer zunehmend polarisierten Welt zu erinnern.
Den Grand Prix des Festivals erhielt der Film «Minotaur» des russischen Regisseurs Andrey Zvyagintsev, der Russland nach Beginn des groß angelegten Krieges verlassen hatte. Der politische Thriller erzählt von einem wohlhabenden russischen Geschäftsmann, dessen Leben vor dem Hintergrund von Krieg und Mobilmachung auseinanderbricht.
Bei der Entgegennahme der Auszeichnung richtete Zvyagintsev einen Appell an Putin, den Krieg zu beenden.
«Millionen Menschen auf beiden Seiten der Frontlinie wünschen sich nur eines – dass das Töten endet. Und der einzige Mensch, der dieses Blutvergießen stoppen kann, sind Sie, Herr Präsident der Russischen Föderation», sagte der Regisseur auf der Bühne.
Der Preis für die beste Regie ging gemeinsam an Javier Ambrossi und Javier Calvo für den Film «Die schwarze Kugel» sowie an Paweł Pawlikowski für das Drama «Heimat».
Den Preis als beste Schauspielerinnen erhielten Virginie Efira und Tao Okamoto für den Film «Plötzlich».
Als beste Schauspieler wurden Emmanuel Makki und Valentin Campagne für ihre Rollen in «Der Feigling» ausgezeichnet.
Den Preis für das beste Drehbuch gewann Emmanuel Marre für «Ein Mensch seiner Zeit», während der Jurypreis an «Die verträumte Reise» der Regisseurin Valeska Grisebach ging.
Den Vorsitz der Jury übernahm in diesem Jahr der südkoreanische Regisseur Park Chan-wook. Zur Jury gehörte außerdem Demi Moore sowie weitere Vertreter der internationalen Filmbranche.
Begleitet wurde das Festival auch von mehreren kontroversen Debatten – insbesondere wegen der deutlich schwächeren Präsenz Hollywoods und der politischen Stellungnahmen zahlreicher Teilnehmer. Einer der meistdiskutierten Momente war die Kritik des Drehbuchautors Paul Laverty, der der amerikanischen Filmindustrie vorwarf, «schwarze Listen» für Schauspieler zu erstellen, die sich öffentlich zum Krieg im Gazastreifen geäußert hatten.
Foto: Instagram @festivaldecannes
