Bianca Censori äußert sich erstmals zu ihren provokanten Looks

«Ich hatte eine Besessenheit von Nacktheit»
Bianca Censori, die Ehefrau von Kanye West, hat ihr erstes großes Interview für Vanity Fair gegeben. Wir fassen die wichtigsten Aussagen aus dem Gespräch zusammen.
Über ihre «provokanten» Auftritte
Censori zufolge waren ihre freizügigen Looks weder das Ergebnis von Druck seitens Kanye West noch finanzieller Motive – ausschlaggebend sei ihre Liebe zur Kunst gewesen.
«Ich hatte tatsächlich eine Besessenheit von Nacktheit. Ich war überall nackt und habe mich keinen Moment davon distanziert. Immer wieder habe ich dieselben Bilder reproduziert. Ich würde niemals etwas tun, was ich nicht selbst will. Mein Mann und ich haben gemeinsam an meinen Outfits gearbeitet – es war eine Zusammenarbeit. Es gab keinen einzigen Moment, in dem man mich gezwungen hätte, etwas anzuziehen. Wenn Sie mit Gianni Versace verheiratet gewesen wären, hätte er Ihnen nicht auch ein Kleid oder etwas Ähnliches geschenkt?», erzählt Bianca.
Gleichzeitig räumte das Model ein, dass sie mit der Zeit der ständigen Nacktheit überdrüssig wurde, mit dem Ergebnis dieses jahrelangen Experiments jedoch zufrieden sei. Zudem betonte sie, dass ihr Schweigen ihren Bildern eine besondere Kraft verliehen habe – bis zu diesem Moment habe sie bewusst auf öffentliche Kommentare verzichtet.

Über die Reaktion der Öffentlichkeit
«Ich habe nachts nie wegen fremder Worte geweint – die Reaktionen der Menschen entsprachen einfach nicht meiner Intention. Einmal erklärte ich das jemandem, und er sagte: «Nun ja, Ihre Intention ist verloren gegangen». Und ich dachte: nichts Schlimmes. Das spielt keine Rolle. Ich konnte mich ausdrücken – und das ist das Wichtigste».
Über ihren Charakter
«Mein ganzes Leben lang konnte ich meine Emotionen nicht kontrollieren. Ich binde mich sehr tief an Menschen – so sehr, dass sie ein Teil von mir werden. Haben Sie den Film «Zwei werden eins» gesehen, in dem die Figuren buchstäblich ineinander aufgehen? Er ist mir sehr nah. In gewisser Weise bin ich genau so».

Über Kanye
«Ich liebe ihn. Ich liebe ihn sehr. Selbst wenn zwischen uns eine Form von Co-Abhängigkeit besteht, hat sie mir immer nur Freude gebracht. Wir sind uns unglaublich ähnlich».
Über Kanyes antisemitische Aussagen
«Dass Antisemitismus zum Mainstream geworden ist, ist schrecklich. Doch in dem Moment, als Kanye diese antisemitischen Tweets veröffentlichte, stand die öffentliche Meinung für mich nicht an erster Stelle. Ich dachte nicht an PR – ich war auf ihn und auf mich selbst fokussiert. Tief in mir wusste ich, dass dieses Gespräch ohnehin stattfinden würde und ich die Möglichkeit haben würde zu sagen: ich bin keine Antisemitin».
Censori fügte außerdem hinzu, dass Kanye kürzlich einen Rabbiner getroffen habe:
«Er muss einen Weg der Wiedergutmachung gehen, und ich bin bereit, ihn dabei zu unterstützen, ihn zu lieben und an seiner Seite zu bleiben».

Über ihr neues Projekt – Kinder und ihre «Ausbeutung»
«Es fällt mir schwer mitanzusehen, wie Eltern ihre Kinder in sozialen Netzwerken zur Schau stellen. Offensichtlich handelt es sich dabei um Kinderarbeit und um eine extreme Form der Instrumentalisierung eines Kindes für fremde Interessen. Der Gedanke allein, dass ein Kind Teil einer Maschine wird, macht mir Angst. Ich bin überzeugt, dass übermäßige Aufmerksamkeit in frühen Jahren erheblichen Schaden anrichten kann».
Foto: Instagram @vanityfair







