Eklektik in den Looks und Guckfenster für das Publikum: womit die Valentino-Show überraschte

Die letzte Kollektion zu Lebzeiten von Valentino Garavani
In Paris geht die Haute-Couture-Woche weiter, und das Modehaus Valentino präsentierte seine Kollektion mit dem Titel Specula Mundi. Die Show war von besonderer Symbolik: Es handelt sich um die letzte Linie, die zu Lebzeiten des Gründers des Hauses, Valentino Garavani, entstand, der am 19. Januar im Alter von 93 Jahren verstarb.

Das Format der Präsentation war konzeptionell und bewusst ungewöhnlich. Anstelle klassischer Sitzreihen für die Gäste wurden runde Räume geschaffen, in denen das Publikum die Models durch kleine Guckfenster beobachten konnte. Diese Distanz verlieh dem Ereignis eine geheimnisvolle Atmosphäre und verwandelte das Defilee eher in eine Inszenierung als in eine traditionelle Modenschau.

Der Kreativdirektor des Hauses, Alessandro Michele, griff das Motiv der Guckfenster als Anspielung auf das Kaiser-Panorama auf — ein Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts beliebtes Gerät zur kollektiven Betrachtung von Stereofotografien.

Die Kollektion selbst lässt sich selbstbewusst als kühne Verkörperung von Eklektik beschreiben. Die Models erinnerten mal an Hollywood-Diven des Goldenen Zeitalters, mal an mythische Wesen — in reich mit Perlen und Glasperlen bestickten Looks, aus Samt, mit Pelzcapes und goldenen Kronen.

So erschienen auf dem Laufsteg weiße Jacken im Stil der legendären Weißen Kollektion von 1968, massive Capes mit goldenen Pailletten über türkisfarbenen Kleidern, Korsetts mit übergroßen Renaissance-Kragen, Samtkleider mit überzeichneten Ärmeln und vieles mehr.


Den Abschluss der Kollektion bildete ein goldfarbenes, plissiertes Maxikleid.

In der Front Row der Show wurden unter anderem Dakota Johnson in provokanten Dessous-Shorts, Lily Allen in einer gepunkteten Bluse sowie Kirsten Dunst in einem verspielten Minikleid gesichtet.
Foto: Instagram @bella.feoli
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