Chiara Ferragni vom Betrugsvorwurf freigesprochen

Das Gericht hob alle Anklagen auf
Die italienische Influencerin und Unternehmerin Chiara Ferragni wurde vom Strafgericht in Mailand vollständig vom Vorwurf des Betrugs im Zusammenhang mit Wohltätigkeitsaktionen beim Verkauf von Festtagsprodukten freigesprochen.
Der in den Medien unter dem inoffiziellen Namen «Pandorogate» bekannte Fall betraf den Verkauf von Weihnachtskuchen «Pandoro» und österlichen Schokoladeneiern, die als Produkte beworben wurden, von deren Erlös angeblich ein Teil an wohltätige Zwecke ging. Den Käufern wurde der Eindruck vermittelt, dass ihr Kauf direkt Kinderkliniken und gemeinnützige Organisationen unterstützt.
Die Ermittlungen zeigten jedoch, dass die tatsächlichen Spenden nicht an bestimmte Verkäufe gebunden waren: Ein erheblicher Teil der Mittel war bereits vor Beginn der Kampagnen überwiesen worden, und die Verbraucher hatten keine Garantie, dass ihr Kauf tatsächlich den Umfang der Hilfe erhöhte.

Warum das Gericht Ferragni freisprach
Richter Ilio Mannucci Pacini von der dritten Strafkammer stellte fest, dass der von der Staatsanwaltschaft angeführte, entscheidende erschwerende Umstand – die angebliche Verletzung der Verbraucherrechte – nicht bestätigt werden konnte. Der Fall wurde von «Betrug mit erschwerenden Umständen» in einfachen Betrug umgewandelt, der in Italien nur auf formelle Beschwerde der zivilen Seite hin verfolgt werden kann.
Die Verbraucherorganisation Codacons, die ursprünglich die Beschwerde eingereicht hatte, zog diese vor etwa einem Jahr zurück, nachdem Ferragni und ihre Unternehmen einen Vergleich geschlossen und Entschädigungen geleistet hatten. Dies bildete die rechtliche Grundlage für die Einstellung des Verfahrens und das Freispruchsurteil.

Millionenschwere Zahlungen und Strafen
Vor dem Urteil hatte Ferragni bereits Entschädigungen und Strafen in Höhe von über 3,4 Millionen Euro gezahlt – einschließlich Rückerstattungen an Verbraucher und Kinderhilfsorganisationen.

Reaktionen und Folgen
Für Ferragni selbst, eine der bekanntesten italienischen Bloggerinnen mit Millionenpublikum, bedeutete diese Entscheidung das «Ende des Albtraums», wie sie später die Ereignisse beschrieb. Der Fall erregte großes Aufsehen in Italien und darüber hinaus und wurde zum Gegenstand von Diskussionen über Transparenz in Influencer-Marketingkampagnen und die Grenzen der Verbindung von kommerziellen Projekten mit Wohltätigkeit.
Dennoch hat der Skandal Ferragnis Ruf und ihre Unternehmen erheblich beeinträchtigt: Bereits 2023 hatten italienische Kartellbehörden ihre Firmen wegen unlauterer Geschäftspraktiken mit einer Geldstrafe von über einer Million Euro belegt, und die Einnahmen ihrer Marken sanken spürbar.

Foto: Instagram @chiaraferragni



