82-jähriger Julio Iglesias wegen sexualisierter Gewalt beschuldigt

Die mutmaßlichen Vorfälle sollen sich laut den Klägerinnen im Jahr 2021 ereignet haben
Der legendäre spanische Sänger Julio Iglesias ist in einen schweren Skandal verwickelt. Gegen den 82-jährigen Künstler wurden Vorwürfe wegen sexualisierter Gewalt erhoben; entsprechende Klagen wurden beim Nationalgericht Audiencia Nacional in Madrid eingereicht. Darüber berichtet die Zeitung The Sun unter Berufung auf Gerichtsdokumente.
Die Klage stammt von zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen seiner privaten Anwesen, die unter den Pseudonymen Laura und Rebekka auftreten. Die Frauen geben an, während ihrer Anstellung körperlicher und psychischer Gewalt, erzwungenen sexuellen Handlungen sowie sogenannten alkoholisierten Sexpartys ausgesetzt gewesen zu sein. Nach eigenen Angaben fühlten sie sich dabei wie «Sklavinnen» und «Puppen».
Den Unterlagen zufolge sollen sich die mutmaßlichen Vorfälle im Jahr 2021 ereignet haben, als der damals 77-jährige Iglesias mit dem 55-jährigen niederländischen Model Miranda Rijnsburger verheiratet war. Die Klägerinnen behaupten, die Übergriffe hätten sich in den luxuriösen Residenzen des Sängers in Punta Cana (Dominikanische Republik) sowie in Lyford Cay auf den Bahamas zugetragen.

Wie die Frauen weiter berichten, sei bereits der Einstellungsprozess von beunruhigenden Anforderungen begleitet gewesen: Ein Vertreter des Künstlers habe sie aufgefordert, Fotos ihres Gesichts und ihres Körpers einzureichen. In der Folge habe Iglesias, so die Klägerinnen, intime Fragen gestellt und schließlich unangemessene körperliche Kontakte gesucht.
Rebekka erklärt in ihren Aussagen, die von elDiario.es veröffentlicht wurden, sie sei zu sexuellen Handlungen gezwungen worden, die ihr körperliche Schmerzen bereitet hätten. Zudem schildert sie Situationen, in denen ihr vor Vorfällen mit anderen Mitarbeiterinnen Alkohol angeboten worden sei. Nach ihren Angaben habe Iglesias sie über mehrere Stunden zu sexuellen Dienstleistungen gedrängt und dies mit dem Wunsch begründet, Rückenschmerzen zu lindern – Spätfolgen eines Autounfalls, der einst seine vielversprechende Fußballkarriere beendet habe.
Darüber hinaus gibt Rebekka an, ihr seien während der Arbeit romantische Beziehungen untersagt worden; zudem habe man von ihr verlangt, ihr Mobiltelefon zur Kontrolle privater WhatsApp-Nachrichten auszuhändigen. Nach ihrer Entlassung sei bei ihr eine dysthyme Störung – eine Form chronischer Depression – diagnostiziert worden.

Die zweite Klägerin, Laura, behauptet, Iglesias habe wiederholt demütigende und sexualisierte Bemerkungen gemacht und sich ihr gegenüber mit angeblichen Übergriffen auf Rebekka gebrüstet, die er später als «Scherz» bezeichnet habe.
Laut Laura begann ihre Anstellung mit einem Telefonanruf eines Mannes mit starkem spanischem Akzent, der sich als Julio Iglesias vorstellte und fragte: «Bist du bereit dafür, dass sich dein Leben verändert?» Zunächst sei der Umgang freundlich gewesen, doch bald habe sich der Ton deutlich verschärft. Bereits nach zwei Wochen, so Laura, habe der Sänger verlangt, dass sie ihre Brust zeige, und Fragen zu möglichen Schönheitsoperationen gestellt. Obwohl sie sich zunächst geweigert habe, sei sie nach Beleidigungen gezwungen gewesen nachzugeben. Einen vollständigen sexuellen Kontakt habe es zwar nicht gegeben, dennoch sei das Verhalten des Künstlers zunehmend aggressiv geworden.
Derzeit prüft die spanische Staatsanwaltschaft den Fall und muss entscheiden, ob die vorgelegten Beweise für eine offizielle Anklage ausreichen. Julio Iglesias selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Foto: Instagram @julioiglesias

